Schmalkalden. Die diesjährige Sommertour des Südthüringer Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann (CDU) führte am 27. Juli 2016 zur Firma kükomo nach Mittelstille. Bei seinem Besuch der Tischlerei, die sich auf die Anfertigung gesunder Möbel spezialisiert hat, wurde der Bundespolitiker vom Präsidenten der Handwerkskammer Südthüringen, Helmut Adamy, dem Geschäftsführer der Junioren des Handwerks Südthüringen, Carsten Bonß, dem Ortsteilbürgermeister von Mittelstille, Bernd Gellert, sowie dem Schmalkalder CDU-Stadtverbandsvorsitzenden, Ralf Liebaug, begleitet.

kükomo-Geschäftsführer Marco Jaeger erläuterte dem Bundespolitiker bei einem Werkstattrundgang zunächst sein Firmenkonzept. Die Herstellung gesunder Möbel liegt für Jaeger vor allem in der Verwendung ökologisch unbedenklicher Materialien, bedeutet aber auch, auf heimische Holzarten zu setzen, Umweltstandards im Blick zu haben und vor allem die Stücke individuell auf die körperlichen Anforderungen des Kunden abzustimmen. Mit diesem Firmenkonzept konnte sich der Tischler und Architekt 2015 beim Thüringer Strategiewettbewerb für innovative Gründungen erfolgreich durchsetzen. Derzeit beschäftigt Jaeger 5 Mitarbeiter, davon 1 Auszubildenden.

Im weiteren Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten brachte der Unternehmer aber auch politische Themen zur Sprache wie beispielsweise den Stand des Breitbandausbaus in der Region. Schnelles Internet ist auch für kleine Handwerksbetriebe ein wichtiger Standortfaktor, um konkurrenzfähig zu sein. Das der Ausbaustandard in ländlichen Regionen noch immer hinter den Ballungszentren zurückliegt, ist auch für Südthüringer Unternehmen problematisch. Hauptmann machte deutlich, dass die Bundesregierung den flächendeckenden Ausbau seit Ende letzten Jahres mit einem deutschlandweiten Programm fördere. Ziel sei es, bis 2018 die Versorgung mit mindestens 50 Mbit pro Sekunde für alle Haushalte verfügbar zu machen. Dazu sei das Fördervolumen von 2,7 Milliarden Euro vor Kurzem um weitere 1,3 Milliarden Euro erhöht worden, unterstrich der Bundestagsabgeordnete. Zusätzlich hätten die Regierungsfraktionen vor der parlamentarischen Sommerpause des Deutschen Bundestages ein Maßnahmenpaket vorgelegt, in dem eine deutliche Kostenreduzierung beim Ausbau des Glasfasernetzes und der zügige Einsatz hochleistungsfähiger Mobilfunkfrequenzen gefordert werde, um stärker auf mobiles Breitband setzen zu können. Die notwendige politische Einigung solle bis Ende September in den Bund-Länder-Gesprächen erzielt werden. Entscheidend jedoch sei, dass die Kommunen und Landkreise einen entsprechenden Förderantrag stellten, der sich mit Landesprogrammen kombinieren lasse. Damit sei eine Förderung von bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten möglich. Einige Gemeinden hätten auch bereits Bundesmittel bekommen, so dass bislang 440.000 Euro für den Breitbandausbau nach Südthüringen geflossen seien. Dennoch müsse auch die Thüringer Landesregierung die Kommunen bei dem Verfahren stärker unterstützen, kritisierte Hauptmann.

Marco Jaeger forderte, den Meistertitel im Handwerk besser zu stellen. Im Gegensatz zur akademischen Ausbildung sei der Meisterbrief mit hohen Kosten verbunden. Der Unionspolitiker verwies darauf, dass mit Verabschiedung des Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes die Unterhaltsförderung verbessert worden sei, um das Einkommen während Vollzeitlehrgängen zum Meister zu sichern. Auch sei der Zuschuss zur Unterhaltsförderung von 44 Prozent auf 50 Prozent angehoben worden. Der neuen Gesetzeslage zufolge müsse dieser nach erfolgreich abgeschlossener Meisterausbildung nicht zurückgezahlt werden. Zudem sei der maximale Förderbetrag zum Meisterstück erhöht worden.

Jaeger machte deutlich, dass die Novellierung des Meister-BAföGs die Diskrepanz zwischen akademischer und Meisterausbildung teilweise behoben habe. Für Mark Hauptmann besteht kein Zweifel an der Bedeutung des Handwerks. Es leiste einen unverzichtbaren Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstandes und spiele in ländlichen Regionen wie Südthüringen eine entscheidende Rolle in der Wirtschaftsstruktur. Dem Nachwuchsmangel könne nur durch attraktive Berufsaussichten begegnet werden. Das dazu die Bedeutung des Meisterbriefes gestärkt werden müsse, ist für Hauptmann indiskutabel. Er sieht die Chance, die noch bestehenden Lücken nach der Reform des Meister-BAföGs durch weitere Maßnahmen zu schließen, die insbesondere auf die Verknüpfung von beruflicher und akademischer Ausbildung zielen. Ein im Juli verabschiedetes Positionspapier des Bundesfachausschusses Bildung, Forschung und Innovation der CDU Deutschlands setze an genau dieser Stelle an. Darin werde unter anderem gefordert, Leistungen des Studiums auf die Meisterausbildung anrechnen zu können und umgekehrt. Aber auch die flächendeckende Einführung eines Berufsabiturs sei eine denkbare Variante, bei der Schüler mit einem Berufsabschluss die Hochschulreife erlangen könnten, skizzierte Hauptmann den Entwurf.

(v.l.n.r.): Carsten Bonß, Mark Hauptmann, MdB, Ralf Liebaug, Marco Jaeger, Bernd Gellert, Helmut Adamy