Der Südthüringer Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann (CDU) schließt sich der massiven Kritik an der geplanten Novelle des Thüringer Hochschulgesetzes durch die rot-rot-grüne Landesregierung an, von der auch die Hochschule Schmalkalden betroffen wäre. Der Deutsche Hochschulverband und das Staatswissenschaftliche Forum befürchten die Schwächung des Hochschulstandorts Thüringen durch die Reform. Aus der Mitte des Staatswissenschaftlichen Forums e.V. ist daher der „Erfurter Aufruf“ verfasst worden, der vom Landesverband des Deutschen Hochschulverbands mitgetragen wird. Zentrale Kritikpunkte
am Gesetzesentwurf betreffen die Einführung einer starren paritätischen Beteiligung aller Hochschulgruppen in sämtlichen Beschlussorganen der Universitäten bzw. der Hochschulen, die gesetzliche Abschaffung der Anwesenheitspflicht der Studierenden auch in Seminarveranstaltungen sowie eine Beschränkung der Möglichkeit der Hochschullehrer, sich für ein Forschungs- oder Praxisfreisemester freistellen zu lassen.
 
„Die Thüringer Landesregierung greift mit diesem Gesetzesvorhaben offen die Hochschul-Autonomie im Freistaat an. Unter dem Deckmantel der Demokratisierung sollen hier ideologische Fantasien von Gleichmacherei im Universitätsbetrieb Einzug halten. Stillstand und Blockade durch politisch motivierte Studentengruppen in den Entscheidungsgremien sind vorprogrammiert. Das schadet langfristig der Qualität von Lehre und Wissenschaft. Die Landesregierung wäre gut beraten, auf die Expertise der Hochschullehrer zu vertrauen und ihre Entscheidungsmehrheit beizubehalten“, kommentiert Bundestagsabgeordneter Hauptmann.
 
Neben der paritätischen Mitbestimmung wird auch die Einführung zusätzlicher Gremien als bürokratische Belastung und damit als Hemmnis für die Modernisierung und Weiterentwicklung der Hochschulen gesehen. Im internationalen und bundesweiten Wettbewerb um die klügsten Köpfe sehen sich die Thüringer Universitäten durch das Gesetzesvorhaben im Nachteil.
 
„Die universitären Verwaltungs- und Organisationsstrukturen haben sich bewährt und sollten nicht durch rot-rot-grüne Gängeleien behindert werden. In dem Zusammenhang halte ich auch die vorgesehene Einsetzung eines Ministeriumsvertreters in den Hochschulrat für mehr als fragwürdig. Diese Art von staatlicher Intervention steht der Freiheit von Wissenschaft, Forschung und Lehre unversöhnlich gegenüber“, so Hauptmann.