Schmalkalden – Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann (CDU) besuchte die Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) Schmalkalden. Schloss Wilhelmsburg und der Hessenhof standen auf dem Programm der Kulturpolitikerin.

Museumsdirektor Dr. Kai Lehmann beließ es nicht bei einer exklusiven Führung durch die vom Bund und damit dem Haus der Kulturstaatsministerin geförderten Ausstellung „Der Schmalkaldische Bund – der politische Arm der Reformation“, sondern zeigte der Kulturstaatsministerin mit der Schlosskirche, dem Festsaal und den Schlossgärten weitere Schmuckstücke seines Wirkungsbereiches. Vor allem die liebevoll restaurierte Renaissance-Schlosskirche hatte es der Kulturpolitikerin angetan, steht sie doch für eine Epoche und Bauweise, wie sie in Deutschland selten so gut erhalten zu finden ist. Dr. Kai Lehmann wusste zu berichten, dass Schmalkalden in den Weltkriegen weitestgehend verschont blieb. Fliegerbomben schlugen zwar in den umliegenden Wäldern ein, trafen die Stadt selbst jedoch nicht – zum Glück für das Renaissance-Schloss und die heutige Innenstadt. Aber auch die Ausstellung begeisterte die Ministerin, eine Kennerin der Thematik, die in diesem Jahr schon zahlreiche nationale Luther-Ausstellungen eröffnete.

Schmalkaldens mittelalterlicher Stadtkern beeindruckt

Auf dem Fußweg zum Hessenhof, dem zweiten Ziel der Kulturstaatsministerin, zeigte sich diese beeindruckt vom Altstadtkern Schmalkaldens und den gut erhaltenen, wie auch umsichtig restaurierten, Fachwerkhäusern. Wegen eben diesem historischen Stadtkern braucht Schmalkalden den Vergleich etwa mit Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl oder Meersburg nicht scheuen – ist gleichwohl aber weniger überlaufen. Ein zweischneidiges Schwert, wie im Gespräch zur touristischen Vermarktung deutlich wurde. Was Kenner der Region schätzen, ist überregional kaum bekannt. Museumsdirektor Lehmann
bedauert etwa, dass die Ausstellungen keine Berücksichtigung überregionaler Medien findet. Staatsministerin Grütters bot in dieser Frage spontan Hilfe an.

„In Sachen Stadtentwicklung agiert Schmalkalden sehr aktiv und arbeitet mit den verschiedenen Förderprogrammen von Land, Bund und Europa“, lobte der Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann. Auch wenn noch einige Baustellen bleiben, wie Bürgermeister Kaminski unumwunden zugibt, vor allem
innerstädtische Fachwerkhäuser in Privatbesitz, teils mit schwierigen zeigte Erbverhältnissen, habe die Stadt langfristig im Blick.

Hessenhof – Den Finger in die Wunde legen

Angelangt am Hessenhof, dem mittelalterlichen Juwel am Neumarkt, stärkte sich die Entourage mit einer Original Thüringer Bratwurst, der besten der Stadt, wie man munkelte. Den Hessenhof bezeichnete Mark Hauptmann als Schmalkalder Schatz, den es noch zu heben gelte. Bereits im Jahr 2014 wurde
er mit 125.000 Euro aus dem Förderprogramm des Bundes „Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland“ bedacht. Bürgermeister Kaminski (SPD) stellte die Historie des Hessenhofs sowie die Zukunftsvisionen zur Nutzung vor. Ein Nutzungskonzept mit drei Komponenten liegt bereits vor. Dennoch ist der Prozess zur Restaurierung in den vergangenen zwei Jahren durch fehlende Unterstützung seitens der Thüringer Landesregierung ins Stocken gekommen. Sollte der Hessenhof ursprünglich zum diesjährigen Reformationsjubiläum fertig saniert und für Besucher geöffnet werden, rechnet Bürgermeister Kaminski nun mit einer Fertigstellung 2021 oder 2022 – vorbehaltlich der entsprechenden Unterstützung durch das Land Thüringen.

Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Mark Hauptmann (CDU) warb er um Unterstützung für das Projekt. Staatsministerin Grütters sicherte die Prüfung geeigneter Bundesprogramme zu, machte aber auch klar, dass eine Sanierung nur im Zusammenspiel mit dem Land Thüringen umgesetzt werden
kann.

„Es war mir ein Anliegen, der Staatsministerin für Kultur dieses geschichtsträchtige Objekt im Herzen der Stadt zu zeigen und neben der Bedeutung des Hessenhofes auch auf die aktuellen Probleme aufmerksam zu machen“, formulierte Hauptmann abschließend und erklärte weiterhin: „Die Stadt Schmalkalden und der Bund haben klare Signale ausgesendet, nun liegt der Ball beim Land Thüringen. Ich hoffe, dass sich die zuständigen Ministerien bald ihrer Verantwortung bewusst werden und sich aktiv um die Sanierung des Hessenhofes bemühen.“

Bildhinweise

Bild I
Mark Hauptmann (2.v.l.), Monika Grütters (2.v.r.) und Ralf Liebaug (links im Bild) mit Museumsdirektor Dr. Kai Lehmann (rechts im Bild) in der Renaissance-Kirche von SchlossWilhelmsburg

Bild II
Angelangt am Hessenhof genießen die Staatsministerin, der Bürgermeister und der Bundestagsabgeordnete eine Original Thüringer Bratwurst zur Stärkung.

Bild III
Monika Grütters und Mark Hauptmann bestaunen die Iwein Fresken im Hessenhof.